Das Kanzlerduell – Ein Wendepunkt in der Hochphase des Bundestagswahlkampfs 2017?

Welche Wirkung haben TV-Debatten aber auf Wählerinnen und Wähler? Wie verläuft die Organisation von TV-Duellen und welche Rollen spielen sie (noch) im Wahlkampf? Der vorliegende Beitrag setzt sich mit diesen Fragen auseinander und bietet einen Überblick über die Forschung zur Wirkung von TV-Debatten auf Wähler, zum Umgang mit diesem Format in der Wahlkampfberichterstattung sowie zu Rhetorik und Argumentationsstrategien der Kandidaten.

Außerdem wagen Jan Dinter und Dr. Kristina Weissenbach einen Blick hinter die Kulissen der Organisation von TV-Debatten. Auch aktuelle Veränderungen in den Kampagnen der Parteien und dem medialen Umfeld des Bundestagswahlkampfs werden nachgezeichnet, um die Frage zu beantworten, welche Bedeutung das „klassische“ Format der TV-Debatte (noch) haben wird. Zuletzt schauen sie auf den Bundestagswahlkampf 2017 und erörtern, wie die bestehenden Forschungsergebnisse zu TV-Debatten vor diesem Hintergrund einzuordnen sind und welche Fragen das Duell „Merkel vs. Schulz“ für kommende Debatten aufwirft.

Das Kanzlerduell

Ein Wendepunkt in der Hochphase des Bundestagswahlkampfs 2017?

Autoren

Jan Dinter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Kommunikationsstress im Ruhrgebiet. Die Gesprächsstörung zwischen Politikern, Bürgern und Journalisten“, das die NRW School of Governance in Kooperation mit der Brost Stiftung durchführt. Er studierte in Duisburg Politikwissenschaft sowie Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung. Heute forscht er zu den Themen politische Kommunikation, demokratische Öffentlichkeit und politische Beteiligung.

Dr. Kristina Weissenbach ist Forschungskoordinatorin an der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen. Sie hat ihre Forschungsschwerpunkte im Bereich Parteieninstitutionalisierung, Entstehungsprozesse neuer Parteien und Politische Kommunikation.

 

Hinweis: Weite Teile dieses Beitrags sind übernommen aus dem Beitrag „Das TV-Duell im Bundestagswahlkampf 2017. Sein Stellenwert und Wirkungspotential zum Höhepunkt des Wahlkampfes“ von Jan Dinter und Kristina Weissenbach für das Journal Einsichten und Perspektiven (2017/3) der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Dieser etwas ausführlichere Beitrag kann ebenfalls frei auf den Seiten des Magazins heruntergeladen werden.

Einleitung: Das TV-Duell – Höhepunkt des Wahlkampfes?

Am 3. September 2017, drei Wochen vor der Bundestagswahl 2017, trafen die Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien CDU und SPD im TV-Duell aufeinander, um die zentralen Themen des Bundestagswahlkampfes 2017 in 90 Minuten live vor laufenden Kameras zu diskutieren. Die ARD, RTL, SAT.1 und das ZDF stellten mit Sandra Maischberger, Peter Kloeppel, Claus Strunz und Maybrit Illner einerseits die Moderatoren für das Diskussionsformat und zum anderen übertrugen alle vier Sender zeitgleich das Duell. In der Reihe vieler anderer Fernsehformate, die entweder die Spitzenkandidaten der kleinen Parteien um „Platz drei“ debattieren ließen oder Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) getrennt voneinander mit Publikumsfragen in Kontakt brachten (z.B. die „Wahlarena“ in der ARD oder „Klartext, Frau Merkel“, „Klartext, Herr Schulz“ im ZDF), war das TV-Duell des 3. Septembers das einzige Format, in dem Angela Merkel und Martin Schulz direkt aufeinander trafen und bildete damit – bei einer Zuschauerzahl von 16,11 Millionen – Höhepunkt des Wahlkampfes zum 19. Deutschen Bundestag (zum Vergleich der Zuschauerzahlen nach Sendern bei Kanzlerduellen 2009 – 2017 vgl. Abbildung 1).

Entgegen des Wunsches der vier Fernsehanstalten, das Fernsehformat offener, spontaner und mit mehr Raum zum konfrontativen Diskurs zwischen den Kandidaten zu gestalten, sowie mit mehr Zeit am Stück für je ein Moderatorenpaar zum kritischen Nachfragen, führten die Vorabsprachen mit den Vertretern der Spitzenkandidaten dazu, dass das Duell nach dem Modell des Jahres 2013 praktiziert wurde: Vier Themenblöcke mit abwechselnden Fragen der Moderatorinnen und Moderatoren strukturierten den Abend. Eine Publikumsbegleitung oder Zuschauerfragen waren nicht vorgesehen. Themen wie Klima, Digitalisierung oder Familie und Beruf wurden vernachlässigt. Außenpolitische Themen und Fragen der Flüchtlingssituation in Deutschland – also Felder, in denen sich die Positionen von Angela Merkel und Martin Schulz nur in Nuancen unterscheiden – waren dominant. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten wirkliche parteipolitische Unterschiede nur einem kurzen „Ja-Nein-Frage-Antwort“-Block klar ersichtlich werden – der das einzige Novum beim diesjährigen Duell darstellte.

Abbildung 1: Anzahl der Fernsehzuschauer bei den TV-Duellen der Kanzlerkandidaten 2009-2017

Welche Wirkung haben TV-Debatten aber auf Wählerinnen und Wähler? Wie verläuft die Organisation von TV-Duellen und welche Rollen spielen sie (noch) im Wahlkampf? Der vorliegende Beitrag setzt sich mit diesen Fragen auseinander und bietet in einem ersten Schritt einen Überblick über die Forschung zur Wirkung von TV-Debatten auf Wählerinnen und Wähler, zum Umgang mit diesem Format in der Wahlkampfberichterstattung sowie zu Rhetorik und Argumentationsstrategien der Kandidaten. Außerdem wagen die Autoren einen Blick hinter die Kulissen der Organisation von TV-Debatten. Zweitens werden aktuelle Veränderungen in den Kampagnen der Parteien und dem medialen Umfeld des Bundestagswahlkampfs nachgezeichnet, um die Frage zu beantworten, welche Bedeutung das „klassische“ Format der TV-Debatte (noch) haben wird. Zuletzt werfen die Autoren einen Blick auf den Bundestagswahlkampf 2017 und erörtern, wie die bestehenden Forschungsergebnisse zu TV-Debatten vor diesem Hintergrund einzuordnen sind und welche Fragen das Duell „Merkel vs. Schulz“ für kommende Debatten aufwirft.

Zwischen Wahlkampfinstrument und demokratischer Lehrstunde: Wirkungen, Inhalte und Organisation von TV-Debatten

Das TV-Duell ist nicht nur ein wichtiges Wahlkampfinstrument für die Parteien. Es ist auch ein Fernsehformat mit demokratischem Potenzial. Denn die Bedeutung und die Effekte von Fernsehdebatten sollten nicht unterschätzt werden. Die politik- und kommunikationswissenschaftliche Forschung hat interessante Antworten auf die Fragen gefunden, ob Debatten als Hilfestellung für Wähler dienen, welche Effekte sie auf Wahlentscheidung und Wahlbeteiligung sowie mediale Berichterstattung haben und welche Strategien in den Sendungen von Kandidaten und Parteien verwendet werden.

Allem voran lässt sich feststellen, dass Fernsehdebatten das Potenzial besitzen, die Images der Kandidaten und auch die Wahlabsichten der Zuschauer zu ändern. Maurer und Reinemann kamen zu dem Schluss, dass das Kanzlerduell im Bundestagswahlkampf 2005 das Zünglein an der Waage war. Wie viel Einfluss eine Debatte auf den Wahlausgang hat, hängt dabei aber vom Zeitpunkt und der Ausgangslage vor dem Duell ab. Allgemein können sich Kandidaten bei einem guten Auftritt einen Imagegewinn, nur in deutlich geringerem Maße einen Stimmgewinn erhoffe.1  Am meisten profitieren die weniger bekannten Kandidaten, die sich mit den Duellen Aufmerksamkeit verschaffen können und dadurch häufig ihr Image aufbessern – einen Imageverlust haben aber auch Amtsinhaber in der Regel nicht zu befürchten.2 Viel wichtiger ist aber, dass die Politikwissenschaft auch positive Effekte der Debatten auf die Demokratie feststellen konnte. Fernsehdebatten können nämlich auch die Einstellung der Zuschauer zum politischen System verbessern, Informationen über Politik im Allgemeinen und die Kandidaten im Besonderen vermitteln und Zuschauer motivieren, wählen zu gehen.3 Besonders bei politisch eher uninteressierten Zuschauern können die TV-Duelle daher wie eine Art „Lehrstunde der Demokratie“ wirken.4 Dadurch, dass sich diese Rezipienten nach den Debatten subjektiv kompetenter fühlen und sogar objektiv mehr Wissen erlangen, bekommen sie das Gefühl, dass politische Akteure responsiv handeln.5  Vor allem deshalb wird TV-Debatten auch ein „demokratisches Potenzial“ zugesprochen.6

Neben den Debatteneffekten auf Wähler lassen sich auch im Verhalten von Medien und Kandidaten bzw. Parteien rund um die Ausstrahlung von TV-Debatten spezifische Muster erkennen. Erstens lässt sich feststellen, dass über die TV-Debatten sehr breit und intensiv berichtet wird. Als Reaktion auf die Duelle intensiviert sich die Wahlkampfberichterstattung aber nicht nur, sie stellt sogar noch stärker als ohnehin personenbezogene Faktoren ins Zentrum. Die Inhalte der Debatten spielen häufig nur eine untergeordnete Rolle in der Berichterstattung. So konnte gezeigt werden, dass sich Journalisten in der politischen Berichterstattung durch die Einführung von Fernsehdebatten stärker auf Kriterien der Kandidatenbewertung wie Aussehen und Medienperformance beziehen.7 Damit geht einher, dass Journalisten scheinbar das Informationspotenzial von Debatten unterschätzen, da sie nur wenig über die Inhalte der Debatten berichten und sich vielmehr der Frage widmen, welcher Kandidat die Debatte gewonnen hat.8 Weil sich das Fernsehformat mit seinem gegenüberstellenden Setting besonders gut für Berichte im Stil der Sportberichterstattung eignet – allein die Bezeichnung „Duell“ zeigt bereits diese Zuspitzung – ändert die TV-Debatte häufig auch den Ton der Berichterstattung, in der von „Gewinnern“, „Punktsiegen“, „schlechten Ausgangslagen“ oder einer „Rückkehr in den Ring“ die Rede ist.

Aber nicht nur Medien, sondern auch die Kandidaten selber fiebern häufig auf das Duell, das gerne als Wendepunkt oder Gamechanger gesehen wird. Die Kandidaten, so lässt sich zweitens beobachten, verwenden wiederum ein komplexes Set an Strategien, bei denen faktenorientierte Informationen gleichermaßen wie Emotionen relevant sind. Zunächst sind die Aussagen der Kandidaten in den Debatten in der Regel eher auf Fakten als auf die eigene Person bezogen9, während rhetorisch Humor und der Ausdruck von Emotionen eine wichtige Rolle spielen.10 Welche Argumentationsstrategie Kandidaten anwenden, ist wiederum stark von der Position der Kandidaten abhängig. Während Herausforderer vornehmlich Angriffsstrategien verwenden, versuchen Amtsinhaber eine positive Bilanz ihrer Leistungen zu ziehen bzw. sich zu verteidigen. Aber auch Herausforderer setzen auf die Leistungsbilanzstrategie, indem sie herausstellen, wie sie im Falle eines Erfolgs handeln würden.11 Allerdings hängen Inhalt und Strategien der Kandidaten sehr stark von der jeweiligen Kampagne ab. Zudem reagieren die Debattenteilnehmer häufig ausweichend und bleiben in ihren Aussagen vage. So wird das Format gerne dafür kritisiert, dass es keinen echten Austausch der Argumente zwischen den Kandidaten ermöglicht, sondern eher eine Abfrage oder „gemeinsame Pressekonferenz“ mit Amtsinhaber und Herausforderer ist. In diesem Fall seien die Debatten günstige Werbemöglichkeiten für die Kandidaten.12

Obwohl also nachgewiesen ist, dass TV-Duelle in vielfältiger Weise, direkt und indirekt Wählerinnen und Wähler beeinflussen und sie damit ein wichtiger Bestandteil von Wahlkämpfen sind, findet die Planung und Organisation der Debatten größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Von den Verhandlungsprozessen zwischen den Teams der Spitzenkandidaten und den Fernsehsendern bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer meist wenig mit. Aber allein schon die Frage, wer überhaupt an einer Debatte teilnehmen darf, ist höchst brisant. Dabei hat sich in Deutschland die Tradition eingespielt, dass TV-Duelle auf Bundes- wie auf Landesebene zwischen dem Amtsinhaber und dem aussichtsreichsten Herausforderer ausgetragen werden. Weil CDU und SPD traditionell die größten Chancen zugeschrieben werden, später den Kanzler oder Ministerpräsidenten zu stellen, handelt es sich in den meisten Fällen um ein Duell zwischen dem Spitzenpersonal dieser beiden Parteien. In Baden-Württemberg führte das 2011 dazu, dass der spätere Ministerpräsident Winfried Kretschmann von Bündnis 90/Die Grünen nicht am Duell teilnehmen durfte. Die Grünen lagen in Umfragen zwar in etwa gleichauf mit der SPD – dennoch wollte man am vermeintlich medientauglicheren Zweierformat festhalten.

Dass die kleineren Parteien beim Quotenrenner TV-Duell kein Mitspracherecht haben, ruft viele Kritiker des Formats auf den Plan. Denn, so lautet der Vorwurf, die nach dem Vorbild der amerikanischen presidential debates gestalteten Kanzlerduelle passen zwar zu einer Präsidentschafts-, aber nicht unbedingt zur Verhältniswahl zum Deutschen Bundestag. Die kleineren Parteien haben deshalb bereits mehrfach versucht, sich einen Platz am Tisch der „Großen“ zu erkämpfen. Im diesjährigen Wahlkampf verfassten die Parteichefs von Bündnis 90/Die Grünen, der Linken und der FDP beispielsweise einen offenen Brief an die veranstaltenden Sender. Aber weder der rechtliche Weg noch die öffentliche Kritik der „kleinen“ Parteien hatten bisher Erfolg.13 Denn für die ausstrahlenden Sender ist das medienwirksamere Zweier-Format genauso attraktiv wie für CDU und SPD, die sich so einen Aufmerksamkeits-Vorteil verschaffen können.

Andererseits wird häufig kritisiert, dass die Organisation der Duelle nicht unabhängig und transparent von neutraler Stelle beaufsichtigt wird. Bieber schlägt daher vor, ähnlich wie in den USA auch in Deutschland angestoßen durch die Landesmedienanstalten verbindliche Kriterien zwischen erfahrenen Journalisten, Kampagnenmanagern und Politikern sowie Debattenforschern auszuhandeln, die dann auf die Durchführung angewendet werden könnten.14 Bisher ist in Deutschland aber „[das prominenteste und reichweitenstärkste Format im Medienwahlkampf] von den eng kooperierenden Akteuren der beiden stärksten politischen Kräfte [dominiert]“, „die Möglichkeit einer Einflussnahme auf das Format auf wenige Akteure limitiert“ sowie „das bereits vorherrschende Primat der Partei- und TV-Eliten zementiert“.15 Bieber kommt zu dem Schluss, dass die Debatten in Deutschland nicht wie in den USA im Dreieck von Politik, Medien und Bürgern16 stattfinden, sondern ausschließlich in einer „‚gebrochenen‘ Agenda verharren“.17 Nicht zuletzt diese Ausführungen zeigen, dass die Organisation von TV-Debatten ein interessantes Forschungsfeld ist, in dem sich „Grundstrukturen im Beziehungsgeflecht der […] ‚Mediendemokratie‘ aufzeigen lassen“.18

TV-Duelle in modernen Wahlkampagnen

Wahlkampagnen sind Hochzeiten der politischen Kommunikation. Parteien, Wähler und Massenmedien bilden zusammen das sogenannte Wahlkampfdreieck. Mit ihrer Stimmabgabe übertragen Wähler Macht an Parteien und Politiker. Die Wahlentscheidung wird dabei insbesondere von der langjährigen Parteineigung oder -identifikation beeinflusst. Aber auch aktuelle, kurzfristigere Einstellungen zu den Parteien spielen eine wichtige Rolle. Letztere haben vor allem auf die immer größer werdende Gruppe der Wechselwähler und Unentschlossenen eine große Wirkung. Weil die Stammwählerschaft der Parteien bei Bundestagswahlen entsprechend immer kleiner wird und die langfristigen Faktoren der Wahlentscheidung an Bedeutung verlieren, werden die mittel- und kurzfristigen Faktoren und damit der Wahlkampf an sich wichtiger.19 Das TV-Duell kann einer der wichtigsten dieser kurzfristigen Faktoren sein, weil es generell mehr Zuschauer vor die Bildschirme holt als jedes andere Wahlkampfinstrument und darüber hinaus auch besonders attraktiv für unentschlossene und politisch eher uninteressierte Wähler ist. Um die Stammwähler zu mobilisieren und Unentschlossene zu überzeugen, kommunizieren Parteien im Wahlkampf direkt, aber vor allem medienvermittelt mit der Wählerschaft.20 Darum hat auch die Selektion und Interpretation der Wahlkampfereignisse durch Journalisten einen indirekten Einfluss auf die Wahlentscheidung. Das TV-Duell nimmt hier eine herausragende Stellung ein. Denn anders als in der sonstigen Berichterstattung bietet es den Kandidaten viel Raum, die eigenen Botschaften zu vermitteln, ohne dabei der direkten journalistischen Selektion unterworfen zu sein – wenngleich keinesfalls unterschätzt werden sollte, wie einflussreich das Verhalten der Moderatoren auf die Inhalte der Debatten ist. Die Anzahl der Moderatoren, deren Frageverhalten und natürlich die Themenauswahl haben enormen Einfluss auf Inhalte und Redefluss des Duells. Von ihnen ist letztlich abhängig, wie viel Raum den Kandidaten geboten wird und manchmal auch, wie sehr überhaupt ein Austausch zwischen den Kandidaten entsteht.

Trotz der großen Bedeutung der Spitzenkandidaten gilt gerade für die Bundestagswahl, dass es nicht ausreicht, charismatisches und beliebtes Personal in das Zentrum eines Wahlkampfs zu stellen. Politiker müssen, so eine Grundregel politischer Kommunikation, immer mit für den Wähler interessanten Themen verbunden werden, um zu punkten.21 Was eben diese Themen sind, ist schwer vorherzusagen und von vielen Einflüssen abhängig. Trotzdem versuchen Parteien und Kandidaten, die aus ihrer Sicht wichtigen Themen stark zu machen. Das Kanzlerduell ist eine Gelegenheit für die Spitzenkandidaten von CDU und SPD, gezielt Kernthemen aus ihren Wahlprogrammen zu stärken. Neben dem Versuch, die Themen zu stärken, die für die jeweiligen Parteien zentral sind und in denen ihnen große Kompetenz zugeschrieben wird – dem sogenannten Agendasetting –, versuchen Parteien auch Debatten um Probleme, die nicht zu ihren Kernkompetenzen zählen oder in denen sie keine Lösungen anbieten können, Aufmerksamkeit zu entziehen. Diese Kommunikationsstrategie nennt man Agendacutting. Weil die Themenagenda von Medien und Wählern von vielen Einflüssen abhängig ist, sind diese Strategien nur begrenzt einsetzbar. Sehr häufig ist es ohnehin so, dass Themen durch äußere Ereignisse eine besondere Bedeutung in Wahlkämpfen bekommen und jene Parteien, deren Argumente und Positionen durch die so entstandenen öffentlichen Debatten unterstützt werden, auf der Agenda zu „surfen“ versuchen.22

Das Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück zur Bundestagswahl 2013 ist ein Beispiel dafür, wie sowohl das Agendasetting als auch -cutting in einem TV-Duell zum Tragen kommen kann. Während Steinbrück es schaffte, die Frage sozialer Gerechtigkeit in den letzten Wochen vor der Wahl wieder in den medialen Fokus zu rücken, blieb Merkel vor allem mit dem Satz: „Sie kennen mich“, und einer auffälligen Kette in Schwarz, Rot und Gold in Erinnerung. Das aufgrund der Kette entstandene Internet-Meme fand viel Anklang und lenkte wiederum von Themen des Duells ab.23 Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass nicht nur die klassische Berichterstattung über die Duelle, sondern auch die Diskussionen über sie in sozialen Netzwerken Teil von Kampagnen geworden sind. Dem Wahlkampf im Internet kommt ohnehin eine immer größere Bedeutung zu – nicht zuletzt deshalb, weil es zu einer immer wichtigeren Informationsquelle für Wähler geworden ist. Die Parteien nutzen vor allem die günstigen und sehr flexiblen Werbemöglichkeiten. Die vielen Daten, die Nutzer sozialer Netzwerke preisgeben und von den Betreibern für Werbezwecke zur Verfügung gestellt werden, ermöglichen es auch, datenbasierten Wahlkampf und auf kleinste Zielgruppen zugeschnittene Kampagnen zu gestalten. Dieses sogenannte Microtargeting ist vor allem in den USA bereits ein beliebtes Instrument.24 Psychologisches Microtargeting soll nicht zuletzt dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zum Sieg verholfen und das Referendum zum Brexit maßgeblich beeinflusst haben. Auch wenn die Strategien der beratenden Marketingfirmen sicher ein wichtiger Teil der Kampagnen waren, ist aber die Einschätzung, die Wahlen wären durch datenbasierte Manipulationen gewonnen worden, zu weit gegriffen.25 In Deutschland sind die Möglichkeiten für zielgenaue Werbung stärker begrenzt, als beispielsweise in den USA, weil der deutsche Datenschutz dem Direktmarketing Grenzen setzt. Zwei andere Varianten des Wahlkampfs mit sozialen Netzwerken und Big Data sind aber auch für die Bundestagswahl durchaus relevant geworden. Zum einen nutzen die deutschen Parteien die großen Datenmengen, um in ihren Haustürwahlkämpfen gezielt Straßenzüge zu identifizieren, in denen sie Bürger vermuten, die sie mit ihren Ideen in einem direkten Gespräch mit dem Wahlkreiskandidaten überzeugen können. Zum anderen nutzen die Parteien soziale Netzwerke, um ihre eigenen Anhänger zu mobilisieren und die einzelnen Wahlkampfveranstaltungen von der höchsten bis zur niedrigsten Parteiebene abzustimmen und zu organisieren. Ein Beispiel, in dem diese beiden Aspekte verbunden wurden, ist die App „Connect17“, mit der die CDU Wahlhelfer im Haustürwahlkampf gezielt in erfolgversprechende Straßenzüge schickt und die angemeldeten Helfern dann Punkte für ihre Aktivitäten bekommen.26 Gerade das Microtargeting und der Social-Media-Wahlkampf zeigen, dass sich das Beziehungsgeflecht zwischen Wählern, Parteien und Massenmedien verschoben hat und die direkte Kommunikation über soziale Netzwerke den Parteien neue Möglichkeiten bietet.27 Diese Entwicklung berücksichtigen die Kampagnen-Macher der Parteien auch beim TV-Duell. In der Echtzeitkommunikation über das Duell auf dem Second-Screen sind deshalb besonders viele Unterstützer der Kandidaten aktiv, um deren Auftritt zu unterstützen und so zu helfen, die Deutungshoheit über Gewinner und Verlierer des Duells zu erlangen.

Politische Kampagnen unterliegen seit einigen Jahrzehnten einem starken Wandlungsprozess. Soziale Netzwerke, Populismus und zunehmende Polarisierung verändern die Wahlkämpfe, die ohnehin bereits stark professionalisiert und personalisiert sind. TV-Duelle können in diesen Wahlkämpfen durchaus ein zentrales Element sein, von dem sich beispielsweise „unterlegene“ Kandidaten eine Wende erhoffen oder neue und bestehende Wählergruppen mobilisiert werden sollen. Wie groß die Bedeutung dieses Fernseh-Ereignisses ist, hängt aber auch davon ab, wie der Wahlkampf vor dem Duell verlaufen ist, wie offen die Sendung für die Kandidaten gestaltet ist und wie deren Argumente und Auftreten in der Nachberichterstattung und sozialen Netzwerken aufgenommen wird. TV-Duelle haben also auch in modernen Kampagnen das Potenzial, „das Zünglein an der Waage“ zu sein.

Das Kanzlerduell im Bundestagswahlkampf 2017

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 fing mit einem Paukenschlag an. Während die Amtsinhaberin Angela Merkel zu Beginn des Jahres noch mit parteiinterner Kritik und sinkender Beliebtheit in der Bevölkerung zu kämpfen hatte, stellte die SPD unerwartet Martin Schulz als Kanzlerkandidaten vor. Im darauffolgenden „Schulz-Hype“ stiegen die Zustimmungswerte für den Sozialdemokraten und die SPD. Diese frühe Wahlkampfphase der Auswahl und Nominierung der Spitzenkandidaten (Identifikationsphase) ging fließend in die Mobilisierungsphase der Parteien über (vergleiche zu den unterschiedlichen Phasen im Wahlkampf Abbildung 2).

Abbildung 2: Wahlkampfphasen und die Position von TV Duellen

Während die SPD sich über einen Mitgliederzuwachs freute und den Nominierungsparteitag des Kanzlerkandidaten feierte, blieb es um Kanzlerin Angela Merkel lange eher ruhig. Der medial beachtete „Schulz-Hype“ erhielt aber bereits in der frühen Mobilisierungsphase einen Dämpfer. Zunächst wurde dem Sozialdemokraten ein fehlendes Wahlprogramm vorgehalten, später erfüllten auch die SPD-Ergebnisse bei den Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen nicht die Erwartungen. Mit diesen Niederlagen im Rücken wurden die weiteren Schritte der SPD, unter anderem die Vorstellung des Wahlprogramms, häufig als unglücklich wahrgenommen. Angela Merkel, der die gute Konjunkturlage Deutschlands und ihr Image als internationale „Krisenmanagerin“ zugutekam, stellte erst spät das Wahlprogramm der CDU vor und konnte mit inzwischen wieder weit über Martin Schulz gestiegenen Zustimmungswerten gestärkt und souverän in die „heiße Phase“ des Wahlkampfs in den letzten Wochen vor dem Wahltermin starten.28 Ihre Wahlkampfstrategie, die genauso wie ihr Regierungsstil, auf einen möglichst wenig polarisierten Wahlkampf setzt, hatte angesichts der Stimmungslage vor dem TV-Duell gewirkt.29 Diesem Stil entspricht auch ein TV-Duell mit möglichst geringer Konfrontation. Ihr Herausforderer Martin Schulz und die SPD setzten jedoch viel Hoffnung in das „Duell auf Augenhöhe“. Für ihre Kampagne sollte das Kanzlerduell einen erneuten Wendepunkt darstellen und Aufschwung verschaffen.30

Im Vorfeld des Kanzlerduells 2017 lösten aber zunächst einige bekanntgewordenen Details zu den Verhandlungen zwischen Sendern und Kandidaten eine Debatte um die Organisation des Duells aus. Die austragenden Fernsehsender erwogen zunächst einige Änderungen am TV-Format Kanzlerduell. Mehrere Duelle, ein sogenanntes Townhallmeeting mit Publikumsbeteiligung, eine Aufteilung der vier Moderatoren in jeweils zwei Paare – all diese Ideen wurden im Nachhinein nicht umgesetzt, obwohl die austragenden Sender zunächst in einer Pressekonferenz ankündigten, zumindest den letzten Punkt umsetzen zu wollen. Diese aus Sicht der Sender „redaktionelle Entscheidung“ wurde aber von Merkels Regierungssprecher noch einmal infrage gestellt. Zu dieser Frage sei noch keine Einigung gefunden worden. Letzten Endes hielten die Sender am bereits bekannten Format mit einer Sendung ohne Publikumsbeteiligung und vier Moderatoren fest. Den Ausschlag dafür soll gegeben haben, dass Merkel ihre Teilnahme an das altbekannte Format gebunden habe.31 Die so bekanntgewordenen Details des Verhandlungsprozesses zwischen den Fernsehsendern und den Teams von Merkel und Schulz wurden von vielen Seiten scharf kritisiert. Neben dem Herausforderer, der auch die Beteiligung von Mitarbeitern der Bundesregierung kritisierte, nannte der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender das so zustande gekommene Format gar eine „Missgeburt“.32 Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbands Frank Überall, urteilte in einer Pressemitteilung, auf ein Duell, das nach den Vorgaben von Merkel gestaltet worden sei, hätte man besser verzichtet.33

So konflikthaft wie die Verhandlungen zum Duell also häufig sind, das Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Martin Schulz am 3. September 2017 wurde keinesfalls als besonders kontrovers wahrgenommen. Einen Schlagabtausch und eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Argumente beider Kandidaten hat es demnach nur in wenigen Momenten des Duells gegeben. Insgesamt wurde Merkels Auftritt als sehr sicher und besser als in früheren Duellen bewertet, Schulz hingegen konnte trotz eines guten Auftritts der sehr hohen Erwartungshaltung, noch einmal eine Wende herbeiführen zu können, nicht gerecht werden. Insgesamt war die Debatte von einer demokratischen Gesprächskultur zwischen den beiden Spitzenkandidaten geprägt, in der es nicht um ein „duellieren“ ging. Die sonst dominante Frage nach dem Gewinner des Duells war zwar auch dieses Mal ein wichtiges Element der Nachberichterstattung – Merkel wurde hier tendenziell etwas besser bewertet. Vielmehr wurde aber das Format, das Verhalten der Moderatoren, die einseitige Fragenauswahl, zu wenig Differenzen der beiden Kandidaten und das Fehlen eines echten Austauschs von Argumenten kritisiert.34 Die Netz-Debatte ums Duell dominierte wiederum der Hashtag #fragendiefehlen, unter dem Nutzer Fragen posteten, die sie den Kontrahenten gestellt hätten, wenn sie das Duell moderiert hätten. Die breite Kritik an der Themenauswahl, die auch die beiden Kontrahenten äußerten, nutze Martin Schulz, um in einem Brief an Angela Merkel ein zweites Duell zu fordern, was diese aber ablehnte.35

Fazit: Duelle und Debatten – Mobilisierungsgaranten im Wahlkampf

Der Begriff des „Duells“, der kriegerischen Auseinandersetzung oder zumindest des rhetorischen Schlagabtauschs unter der Gürtellinie, passt nicht zur Kultur des deutschen Kanzlerduells – und wird von den Zuschauerinnen und Zuschauern auch gar nicht präferiert. Selbst beim amerikanischen Vorbild ist die Rede von der „Debatte“. Eine solche Debatte, die tatsächlich Raum für sachliche Kontroversen zwischen den Spitzenkandidaten zulässt, wurde bei der Bundestagswahl 2017 in Teilen geleistet – häufig erlaubte das durch die abwechselnde Moderation geprägte Setting aber keine Diskussion zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und SPD. In der Mobilisierungsphase des Wahlkampfes und zwischen vielen weiteren Offline- und Online-Wahlkampfformaten der Parteien hat das TV-Duell als reichweitenstärkstes Instrument auch im Jahr 2017 gerade uninformierte und unentschlossene Wählerinnen und Wähler erreicht. Diese Funktionen im demokratischen Willensbildungsprozess – die Mobilisierung und Information – sind bei der eingangs gestellten Frage nach der Bedeutung des Formats besonders hervorzuheben. Wirkung auf die Wahlentscheidung erzielen TV Duelle zwar weniger bei den bereits entschlossenen oder einer Partei nahestehenden Bürgerinnen und Bürgern, sehr wohl aber bei den noch nicht entschlossenen. Die aus demokratischer Perspektive wünschenswerteste Auswirkung können TV-Duelle auf die Wahlbeteiligung haben. Auf jene Zuschauer, die ohnehin bereits mit einer bestimmten Partei stark sympathisieren, kann es zumindest mobilisierend wirken und damit auch noch einmal einen positiven Ausschlag für den Wahlkampf geben. Aus diesem Grund sind die Duelle als ‚Mobilisierungsgaranten’ im deutschen Wahlkampf eigentlich nicht mehr wegzudenken.

Ein Wendepunkt im Wahlkampf zum 19. Deutschen Bundestag war das einzige direkte Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Martin Schulz jedoch nicht. Die Kritik an der Organisation, dem Format, den nicht deutlich gewordenen argumentativen Differenzen zwischen den Kandidaten sowie der Themenauswahl der Moderatoren dominierte die Nachberichterstattung zum Duell. Das könnte auch das Wirkungspotenzial dieses TV-Duells beeinflusst haben. Betrachtet man den Kontext des gesamten Bundestagswahlkampfs, erscheint es daher unwahrscheinlich, dass das TV-Duell der wichtigste kurzfristige Faktor war, der den Wahlausgang beeinflusst hat. Vor dem Hintergrund der Kritik an diesem TV-Duell im Bundestagswahlkampf 2017 stellt sich für Wahlkämpfer, Journalisten und nicht zuletzt Bürgerinnen und Bürger daher umso deutlicher die Frage, wie dieses Format gestaltet werden sollte, damit es sein „demokratisches Potenzial“ ausnutzen kann.

Zitationshinweis

Dinter, Jan / Weissenbach, Kristina (2017): Das Kanzlerduell – Ein Wendepunkt in der Hochphase des Bundestagswahlkampfs 2017?, Essay, Erschienen auf: regierungsforschung.de, Online verfügbar unter: http://regierungsforschung.de/das-kanzlerduell-ein-wendepunkt-in-der-hochphase-des-bundestagswahlkampfs-2017/

  1. Vgl. Marcus Maurer und Carsten Reinemann: Warum TV-Duelle Wahlen entscheiden können. Befunde und Konsequenzen der TV-Duell-Studie 2005, in: Schröder gegen Merkel. Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells 2005 im Ost-West-Vergleich, hg. v. Marcus Maurer, Carsten Reinemann, Jürgen Maier und Michaela Maier, Wiesbaden 2007, S. 229-246, hier S. 246. []
  2. Vgl. André Blais und Andrea M. L. Perella: Systemic Effects of Televised Candidates’ Debates, in: The International Journal of Press/Politics 13 (2008), S. 451-464, hier S. 460. []
  3. Vgl. Kenneth D. Wald und Michael B Lupfer: The Presidential Debate As a Civics Lesson, in: Public Opinion Quarterly 42 (1978), H. 3, S. 342-353; Thomas M. Holbrook: Political Learning from Presidential Debates, in: Political Behavior 21 (1999), H. 1, S. 67-89; Jürgen Maier, Thorsten Faas und Michaela Maier: Mobilisierung durch Fernsehdebatten: Zum Einfluss des TV-Duells 2009 auf die politische Involvierung und die Partizipationsbereitschaft, in: Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2009, hg. v. Bernhard Weßels, Harald Schoen und Oscar W. Gabriel,  Wiesbaden 2013, S. 79-96.; Jan Dinter und Kristina Weissenbach: Alles Neu! Das Experiment TV-Debatte im Europawahlkampf 2014, in: Die Europawahl 2014. Spitzenkandidaten, Protestparteien, Nichtwähler, hg. v. Michael Kaeding und Niko Switek, Wiesbaden 2015, S. 233-246; mit gegenteiligen Ergebnissen: David Weaver und Dan Drew: Voter Learning in the 2004 Presidential Election: Did the Media Matter?, in: Journalism & Mass Communication Quarterly 83 (2006), H. 1, S. 25-42. []
  4. Vgl. Holbrook (wie Anm. 7); Maurer und Reinemann (wie Anm. 5). []
  5. Vgl. Maier, Faas und Maier (wie Anm. 7), S. 90. []
  6. Maurer und Reinemann (wie Anm. 5). []
  7. Vgl. Carsten Reinemann und Jürgen Wilke: It’s the Debates, Stupid! How the Introduction of Televised Debates Changed the Portrayal of Chancellor Candidates in the German Press, 1949-2005, in: The Harvard International Journal of Press/Politics 12 (2007), H. 4, S. 92-111; in ähnlicher Weise: Marcus Maurer und Carsten Reinemann: Schröder gegen Stoiber. Nutzung, Wahrnehmung und Wirkung der TV-Duelle, Wiesbaden 2003; Carsten Reinemann: Völlig anderer Ansicht. Die Medienberichterstattung über das TV-Duell, in: Schröder gegen Merkel. Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells 2005 im Ost-West-Vergleich, hg. v. Marcus Maurer, Carsten Reinemann, Jürgen Maier und Michaela Maier, Wiesbaden 2007, S. 167-194; James B. Lemert, Wayne Wanta und Tien-Tsung Lee: Winning by staying ahead: 1996 debate performance verdicts, in: The electronic election: Perspectives on the 1996 campaign communication, hg. v. Lynda L. Kaid und Daniel G. Bystrom, Mahwah 1999, S. 179-189; William L. Benoit, Kevin A. Stein und Glenn J. Hansen: Newspaper coverage of presidential debates, in: Argumentation and Advocacy 41 (2004), S. 17-27. []
  8. Reinemann (wie Anm. 7), 169ff. []
  9. Vgl. William L. Benoit, P.M. Pier, LeAnn M. Brazeal, John R. McHale, Andrew Klyukovski, David Airne: The primary decision: A functional analysis of debates in presidential primaries, Westport  2002; Markus F. Müller: „Der oder ich!“ Eine Analyse der Kandidatenduelle im Bundestagswahlkampf 2002, in: Politbarometer, hg. v. Andreas M. Wüst, Opladen 2003, S. 295-315; Marcus Maurer: Themen, Argumente, rhetorische Strategien. Die Inhalte des TV-Duells, in: Schröder gegen Merkel. Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells 2005 im Ost-West-Vergleich, hg. v. Marcus Maurer, Carsten Reinemann, Jürgen Maier und Michaela Maier, Wiesbaden 2007, S. 33-52. []
  10. Vgl. Chris Smith und Ben Voth: The role of humor in political argument: How “strategy” and “lockboxes” changed a political campaign, in: Argumentation and Advocacy 39 (2002), S. 110-129; Müller (wie Anm. 13); Ann Gordon und Jerry L. Miller: Values and Persuasion during the first Bush-Gore presidential debate, in: Political Communication 21 (2004), S. 71-92; Maurer (wie Anm. 13); Kristina Weissenbach: Bilder von Europa. Emotionale Reaktionen auf die Eurovision Debate im Europa-Wahlkampf 2014, in: Emotionen und Politik. Begründungen, Konzeptionen und Praxisfelder einer politikwissenschaftlichen Emotionsforschung, hg. v. Karl-Rudolf Korte, Baden-Baden 2015, S. 333-348. []
  11. Vgl. Peter L. Schrott und David J. Lanou: How to Win a Televised Debate: Candidate Strategies and Voter Response in Germany, 1972-87, in: British Journal of Political Science 22 (1992), S. 445-467; Benoit u.a. (wie Anm. 13); Maurer und Reinemann (wie Anm. 11), S. 69ff.; Müller (wie Anm. 13); Maurer (wie Anm. 13), S. 41ff. []
  12. Vgl. Marilyn Jackson-Beeck und Robert G. Meadow: The Triple Agenda of Presidential Debates, in: Public Opinion Quarterly 43 (1979), H. 2, S. 173-180; Müller (wie Anm. 13); J. Jeffrey Auer: The Counterfeit Debates, in: The Great Debates. Background, Perspective, Effects, hg. v. Sidney Kraus, Bloomington 1962, S. 142-150; Lloyd Blitzer und Theodore Rueter: Carter vs. Ford. The Counterfeit Debates of 1976, Madison 1980; David L. Lanou und Peter R. Schrott: The Joint Press Conference. The History, Impact, and Prospects of American Presidential Debates, New York 1991. []
  13. Vgl. Tagesspiegel.de v. 22.05.2017: TV-Duell bleibt TV-Duell, online abrufbar unter: http://www.tagesspiegel.de/medien/sender-reagieren-auf-politikerforderungen-tv-duell-bleibt-tv-duell/19834762.html  (Stand: 18.09.2017). []
  14. Vgl. Bieber (wie Anm. 4). []
  15. Bieber (wie Anm. 18), S. 257. []
  16. Vgl. Jackson-Beeck und Meadow (wie Anm. 1979). []
  17. Bieber (wie Anm. 18), S. 257. []
  18. Bieber (wie Anm. 18), S. 241. []
  19. Vgl. Frank Brettschneider: Wahlkampfkommunikation 2013: Themenmanagement mit Wahlprogrammen, Plakaten und Kanzlerduell?, in: Wandel und Kontinuität der politischen Kommunikation, hg. v. Michael Jäckel und Uwe Jun, Opladen/Berlin/Toronto 2015, S. 45-64; Karl-Rudolf Korte: Wahlen in Deutschland. Grundsätze, Verfahren und Analysen, Bonn 2017. []
  20. Korte (wie Anm. 26). []
  21. Vgl. Korte (wie Anm. 26). []
  22. Vgl. zum Themenmanagement in Wahlkämpfen Brettschneider (wie Anm. 26). []
  23. Vgl. Brettschneider (wie Anm. 26). []
  24. Vgl. zum Online-Wahlkampf Frank Brettschneider: Wahlkampf: Funktionen, Instrumente und Fake News, in: Bürger & Staat 67 (2017), H. 2, S. 146-153, hier S. 150f. []
  25. Vgl. Marvin Strathmann: Der geheime Facebook-Wahlkampf der Parteien, Sueddeutsche.de v. 20.08.2017, online abrufbar unter: http://www.sueddeutsche.de/digital/bundestagswahl-der-geheime-facebook-wahlkampf-der-parteien-1.3634351  (Stand: 18.09.2017). []
  26. Matthias Kolb: Mit dieser App steuert die CDU ihre Wahlhelfer, Sueddeutsche.de v. 16.05.2017, online abrufbar unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/landtagswahl-mit-dieser-app-steuert-die-cdu-ihre-wahlhelfer-1.3506830  (Stand: 18.09.2017). []
  27. Vgl. Brettschneider (wie Anm. 34). []
  28. Vgl. zum Verlauf des Wahlkampfs Römmele (wie Anm. 29), S. 135ff. []
  29. Vgl. Katharina Schuler: Wahlkampf im Kanzlerinnenmodus, Zeit Online v. 29.08.2017, online abrufbar unter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/bundestagswahl-2017-angela-merkel-sommer-pressekonferenz  (Stand: 18.09.2017). []
  30. Vgl. Caspari (wie Anm. 1). []
  31. Vgl. zum Konflikt Faz.net vom 04.07.2017: Merkel und Schulz einigen sich mit Sendern, online abrufbar unter: http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/parteien-und-kandidaten/tv-duell-zur-bundestagswahl-merkel-und-schulz-einigen-sich-mit-sendern-15090810.html  (Stand: 18.09.2017); Zeit Online v. 25.4.2017: Nur ein TV-Duell zwischen Schulz und Merkel http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/bundestagswahl-tv-duell-angela-merkel-martin-schulz  (Stand: 18.09.2017); Nico Fried: CDU und SPD streiten um Kanzler-Duell, Sueddeutschte.de v. 15.5.2017, online abrufbar unter: http://www.sueddeutsche.de/medien/bundestagswahl-umstrittenes-streitgespraech-1.3505191 (Stand: 18.09.2017); Stefan Niggemeier: Merkel macht’s nur zu sechst: Die bizarren Verhandlungen ums TV-Duell, übermedien.de v. 04.06.2017, online abrufbar unter: http://uebermedien.de/17276/merkel-machts-nur-zu-sechst-die-bizarren-verhandlungen-ums-tv-duell/  (Stand: 18.09.2017); Welt.de v. 26.08.2017 (wie Anm. 2); Deutscher Journalisten-Verband (wie Anm. 2). []
  32. Spiegel Online v. 26.08.2017: Ex-ZDF-Chefredakteur Brender wirft Merkel Erpressung vor, online abrufbar unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-ex-zdf-chefredakteur-brender-wirft-kanzlerin-erpressung-vor-a-1164679.html  (Stand: 18.09.2017). []
  33. Vgl. Deutscher Journalisten-Verband (wie Anm. 2). []
  34. Vgl. zur Nachberichterstattung Sueddeutsche.de v. 04.09.2017: „Hageres Sprachpüree“. Presseschau zum TV-Duell, online abrufbar unter: http://www.sueddeutsche.de/medien/presseschau-zum-tv-duell-hageres-sprachpueree-1.3652082 (Stand: 18.09.2017); Zeit Online v. 04.09.2017: „Schulz prallte an Merkel ab“. Internationale Presseschau, online abrufbar unter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/internationale-presseschau-fernsehdebatte-kanzlerkandidaten-bundestagswahl  (Stand: 18.09.2017). []
  35. Zeit.de v. 13.09.2017: Merkel lehnt zweites TV-Duell ab, online abrufbar unter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/bundestagswahl-angela-merkel-martin-schulz-tv-duell-ablehnung  (Stand: 18.09.2017). []
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