Die StädteRegion Aachen – Kommunale Integration zwischen Wirtschaftlichkeit und Repräsentation

Am 21. Oktober 2009 wurden entsprechend § 1 des „Städteregion Aachen Gesetzes“ vom 26. Februar 2008 die kreisfreie Stadt Aachen und der Kreis Aachen mit den Städten Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Monschau, Stolberg und Würselen sowie den Gemeinden Roetgen und Simmerath zum Gemeindeverband Städteregion Aachen – in der Eigenschreibweise StädteRegion Aachen – zusammengeschlossen. Die StädteRegion Aachen wurde Rechtsnachfolgerin des Kreises Aachen. Die Stadt Aachen wurde „städteregionsangehörige Stadt“, behielt aber rechtlich den Status einer kreisfreien Stadt.

 

Die Gründung der StädteRegion war Konsequenz einer längeren Entwicklung, in der seit den 1990er Jahren die Kooperationsbeziehungen zwischen der Stadt Aachen und dem angrenzenden Kreis Aachen immer enger geworden waren. Die „Geburt der StädteRegion“ wurde am 24. und 25. Oktober mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Der Städteregionstag, Nachfolger des Kreistags des Kreises Aachen, war bereits am 30. August 2009 gewählt worden. Erster Städteregionsrat wurde der CDU-Politiker und bisherige Kreisdirektor des Kreises Aachen, Helmut Etschenberg.

Die StädteRegion Aachen ist ein „Kommunalverband besonderer Art“, ähnlich der Region Hannover (gegründet 2001) und dem Regionalverband Saarbrücken (seit 2008, gegründet 1974 als Stadtverband). Ziel der StädteRegion ist es,

„den Lebensraum Aachen zukunftsfähig zu machen und für den Wettbewerb der europäischen Regionen zu rüsten. Die StädteRegion soll dazu die Kräfte von Stadt, Kreis und kreisangehörigen Kommunen bündeln, die vorhandenen Potentiale entwickeln, die besonderen Standortfaktoren fördern, vor allem aber Fortschritt und Entwicklung sowie wirtschaftliches Wachstum garantieren. Die angestrebte Zusammenarbeit ist kein Selbstzweck, sondern sie steht ausschließlich im Dienst der Menschen, die hier leben.“

Die StädteRegion hat ca. 544.000 Einwohner, von denen etwa 241.000 in der Stadt Aachen wohnen. Mit ihrer Gründung hatte die StädteRegion nicht nur die Aufgaben des Kreises Aachen, sondern auch etliche Aufgaben der Stadt Aachen, insbesondere in den Bereichen Jugend und Bildung, Soziales, Ordnungs- und Ausländerwesen, Veterinär- und Gesundheitswesen, übernommen. Durch die Neustrukturierung der Verwaltung sollten auf Basis der Daten des Jahres 2005 die Sach- und Personalkosten der StädteRegion bis 2009 um 3% und bis 2015 um 10% reduziert werden. Ab 2010 sollten die realisierten Entlastungen insbesondere eine Reduzierung der Regionsumlage ermöglichen.

Autoren

Prof. Dr. Jens Weiß
Hochschule Harz

 

 

 

Gerhard Soyka
Hochschule Harz

 

 

Diese und weitere Fallstudien finden Sie hier auf regierungsforschung.de in der Rubrik “Fallstudien” oder auf www.reformkompass.de.

Zitationshinweis

Soyka, Gerhard / Weiß, Jens (2015):  Die StädteRegion Aachen – Kommunale Integration zwischen Wirtschaftlichkeit und Repräsentation. Erschienen in: Regierungsforschung.de, Fälle. Online verfügbar unter: http://regierungsforschung.de/die-staedteregion-aachen-kommunale-integration-zwischen-wirtschaftlichkeit-und-repraesentation/

Creative Commons License
Die StädteRegion Aachen – Kommunale Integration zwischen Wirtschaftlichkeit und Repräsentation by Gerhard Soyka & Jens Weiß. is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 4.0 International

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren

* Pflichtfeld