Offenheit, Beteiligung und Kooperation: ‚Governance statt Konflikt‘ bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsinnovationen.

Im Fokus der Forschung zu Nachhaltigkeitsinnovationen bzw. „environmental innovation and societal transition“ steht auch die deutsche Energiewende: Neben der Ausbreitung der Photovoltaik (PV) sind in den vergangenen Jahren Techniken und Praktiken, wie etwa Car Sharing, Windenergie oder Biogas, mit Blick auf eine möglichst breit aufgestellte gesellschaftliche Transformation analysiert worden.

Von Interesse sind hier also solche sozio-technischen Innovationen, die neue klimaschonende soziale Praktiken etablieren, welche eng in Verbindung mit zum Teil pfadkreierenden Erneuerbaren-Energie-Technologien stehen.

Offenheit, Beteiligung und Kooperation:

‚Governance statt Konflikt‘ bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsinnovationen

 

Von Martin David und Sophia Schönborn

1 Nachhaltigkeitsinnovationen: Konflikte und Governance

Im Fokus der Forschung zu Nachhaltigkeitsinnovationen bzw. „environmental innovation and societal transition“ (van den Bergh et al. 2011) steht auch die deutsche Energiewende: Neben der Ausbreitung der Photovoltaik (PV) sind in den vergangenen Jahren Techniken und Praktiken, wie etwa Car Sharing (Gillwald 1997), Windenergie oder Biogas (Byzio et al. 2002; Mautz et al. 2008; Ohlhorst 2009), mit Blick auf eine möglichst breit aufgestellte gesellschaftliche Transformation analysiert worden. Von Interesse sind hier also solche sozio-technischen Innovationen, die neue klimaschonende soziale Praktiken etablieren, welche eng in Verbindung mit zum Teil pfadkreierenden Erneuerbaren-Energie-Technologien stehen.

Transformationen dieser Art können nicht als top-down gesteuerte Verbreitung rein technischer Lösungen, wie etwa neuer Energiesysteme, mit starren wirtschaftlichen und staatlichen Strukturen, betrachtet werden. Sie bedürfen auch sozialer Praktiken, deren Neukonfigurierung sowie dezentraler Kooperationsformen. Nach diesem Verständnis bereits untersuchte Neuerungen im Bereich erneuerbare Energien haben gemeinsam, dass sie von zivilgesellschaftlichen Akteuren vorangetrieben werden, die einen „Paradigmenwechsel im Energiesystem“ (Mautz et al. 2008: 17) anstreben, der ökologisch und sozio-ökonomisch ausgerichtet ist (Konrad /Nill 2001: 38ff.).

Ein neuer interdisziplinärer Forschungsstrang beschäftigt sich aus einer systemischen Perspektive mit dem Wandel komplexer sozio-technischer Systeme und nimmt dabei die Interaktionen zwischen Teilsystemen (Staat, Gesellschaft, Industrie usw.) auf unterschiedlichen Ebenen in den Blick. Die Transformation dieser Systeme ist demnach ein Resultat eines langwierigen und komplexen Strukturwandels im Zusammenhang mit Innovationsnischen (van den Bergh 2011: 13). Dieser Multi-Level-Perspektive (Geels 2001: 1261ff., im weiteren Verlauf MLP-Modell) folgend, werden Innovationen in Markt- und gesellschaftlichen Nischen gebildet, die Teil eines sozio-technischen Regimes (z.B. dem fossil-basierten Energiesystem) sind, das wiederum in eine übergeordnete und strukturvorgebende ‚Landschaft‘ (Kultur, politisches System etc.) eingebettet ist. Die sich in solchen geschützten Nischen entfaltenden Neuerungen beginnen Einfluss auf die Regimeebene zu nehmen, um sozio-technischen Wandel auch auf anderen Systemebenen in Gang zu setzen. Die Nische-Regime-Beziehung wird dabei aufgrund unterschiedlicher Akteursinteressen und Pfadabhängigkeiten als konfliktiv beschrieben (Geels / Schot 2007: 415). Nischen-Regime-Übersetzungen sind nach diesem Verständnis durch eine fortbestehende Konfliktlinie geprägt (Smith 2007: 446f.).

Empirische Befunde aus dem Forschungsprojekt ‚SPREAD‘ stellen die Konfliktlogik der beschriebenen Nischen-Regime-Interaktion allerdings in Frage. Das Projekt untersuchte die Etablierung- und Diffusion zunächst lokaler, sozio-technischer Innovationen am Beispiel von drei deutschen Bürgerenergieinitiativen: Den Elektrizitätswerken Schönau eG (EWS) aus dem südlichen Schwarzwald, der Solarcomplex AG am Bodensee und der Berchumer Initiative für solare Energien e.V. (BINSE) aus Hagen. Der dominante Befund der Untersuchung der Etablierungsprozesse dieser Initiativen war, dass sich Konfliktlinien nicht (fort-)manifestieren, sondern vielmehr durch Kooperationen von Beginn an aufgelöst werden, da eine prinzipielle Offenheit von Seiten der Initiatoren, aber auch des sozialen und politischen Umfelds zugrunde lag. Diese permanenten Aushandlungsprozesse können im Sinne von local Governance verstanden werden, die sich durch bürgerschaftliches Engagement, horizontale sowie „kooperative Koordinationsformen“ (Schwalb/Walk 2007: 9) auszeichnen. Smith et al. (2005: 1494) betrachten Governance-Prozesse für Änderungen des sogenannten (Technik-)Regimes aus einer rein steuerungspolitischen Perspektive auf Makroebene: „Governance operates through regulatory or fiscal systems“. Insbesondere die Etablierungsphase der Innovationen sind aber von teils neuen lokalen und regionalen Governance-Strukturen geprägt, die das Verständnis von der Interkation zwischen Nische und Regime nach Smith et al. in vernachlässigt.

Dieser Artikel unternimmt deshalb den Versuch, diese konfliktauflösenden Interaktionen zwischen den Initiativen und ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld, politischen Entscheidungsträgern und weiteren Institutionen, systematisch darzulegen. Auf welcher methodischen Basis dies erfolgt und welche Initiativen hier im Fokus der Analyse standen, soll im nächsten Abschnitt knapp dargestellt werden.

2 Fallauswahl und methodischer Zugang

Alle drei untersuchten Initiativen versuchten neue, nachhaltige Erneuerbare-Energien-Technologien, verbunden mit entsprechenden Verhaltensänderungen und Praktiken (Nachhaltigkeitsinnovationen) auf der lokalen (BINSE), der regionalen (Solarcomplex) und der Bundesebene (EWS) zu etablieren und blicken auf eine erfolgreiche Entstehungsgeschichte zurück:

EWS: Die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 änderte die gesellschaftliche Risikowahrnehmung von nuklearer Energieproduktion (SSK 2006: 11). Diese Katastrophe wurde für die alte Bundesrepublik zur historischen Zäsur und mutierte zum „eigentlichen Katalysator des Umweltschutzgedankens“ (Sabrow 2011: 4). Im Jahr 1987 gründete sich in Schönau der Verein ‚Eltern gegen Atomkraft‘, der kurz darauf in ‚Eltern für atomfreie Zukunft‘ (EfaZ) umgetauft wurde. Als sich das Gelegenheitsfenster eines auslaufenden Konzessionsvertrages für das lokale Stromnetz auftat, organisierte man sich als Bürgerzusammenschluss in der sogenannten Netzkauf GbR, um schließlich 1997 das Stromnetz vom regionalen Stromversorger in die eigenen Hände zu nehmen. Mit der Liberalisierung des Strommarktes (1999) starteten die EWS dann den bundesweiten Stromverkauf, die Förderung des dezentralen Ausbaus von Erneuerbaren Energien und die Beratung von anderen ‚Nachahmer‘-Kommunen.

Solarcomplex: Die heutige Solarcomplex AG gründete sich 2000 (bis 2007 eine GmbH) in Singen, nachdem man sich zuvor in einem Zusammenschluss engagierter Bürger („Singener Werkstätten“) dafür entschlossen hatte, „zu handeln statt nur zu reden“ (Interview mit Bene Müller 2011). Mit dem ehrgeizigen Ziel, die Bodenseeregion bis 2030 auf 50% Erneuerbare Energien umzustellen, startete man u.a. Contracting-Modelle, die verschiedene Formen von Erneuerbaren Energien in und um Singen etablierten. Ob PV-Anlagen auf Schuldächern, die Wiederbelebung eines Wasserwerks oder die Errichtung von Bioenergiedörfern: Heute hat Solarcomplex ein breites Portfolio, arbeitet eng mit Kommunen und Stadtwerken zusammen und ist zu einem bedeutenden Akteur in der Region aufgestiegen.

BINSE: In einem abseits gelegenen Stadtteil der Ruhrgebietsstadt Hagen gründete sich 2002 der Verein BINSE, nachdem in einer Gemeinschaftsaktion eine PV-Anlage auf dem Dach des evangelischen Gemeindehauses installiert wurde. Die Initiative installierte zwei Bürgersolaranlagen, u.a. auch auf einer Kirche im Nachbarort, brachte eine weitere Photovoltaikanlage an der örtlichen Schule an, macht Bildungsarbeit und richtete eine Solartankstelle ein. Heute ist die BINSE ein anerkannter Berater für Ökostrom-Interessierte, auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Die im Projekt SPREAD angestrengte qualitative Analyse von Faktoren, die erfolgreiche Etablierungs- und Ausbreitungsprozesse der Initiativen begünstigten, basierte auf leitfadengestützten Interviews1 mit Initiatoren der Initiativen, frühen Mitstreitern und ihrem sozialen Umfeld. Zusätzlich wurde Sekundärliteratur zu Zwecken der Kontrastierung herangezogen, um ein möglichst gesättigtes ‚Innovations-Narrativ‘ zu konstruieren, das dieser historisch-komparativen (Lange 2013) Prozessanalyse (Abbott 2001) zugrunde lag.

Die folgende Analyse zeigt im Rahmen der Entwicklungsgeschichte der Initiativen die diversen Stationen des ‚Sich-Öffnens‘ – nicht nur aus Sicht der Initiativen, sondern auch deren sozio-politisches Umfeld. Im nächsten Abschnitt werden also Beispiele der Interaktion mit dem unmittelbaren sozialen Umfeld (a) und der gegenseitigen Öffnung der Initiativen und der Kommunalpolitik (b) genannt.

3 Innovation durch Interaktion

a) Offen nach außen: Die Initiativen und ihr soziales Umfeld

Nachdem die Schönauer Initiative (EWS) anfangs erfolglos für eine Novellierung des EnWG gekämpft hatte (Janzing 2008: 9f.) und auch beim regionalen Stromversorger keine stromsparenden Tarife durchsetzen konnte, begann man in Schönau zunächst Stromsparwettbewerbe zu initiieren. Die Reflexion über den Misserfolg der Intervention auf verschiedenen Ebenen des festgefahrenen Energiesystems (regime) führte also zur Rückbesinnung bzw. lokalen Öffnung der Initiative. Diese, ab 1988 vier Jahre lang veranstalteten Stromsparwettbewerbe wurden damit zu einer festen Größe im Ort, woraufhin die örtliche Sparkasse Kredite für stromsparende Geräte und dem Elektrofachhandel bereitstellte, der solche Geräte anbot (Graichen 2003: 64f.). Mit diesen Kooperationsformen erreichte man für die Bewohner in Schönau ein vor Ort  erfahrbares Umdenken in Konsummustern, was zudem durch ein bundesweites journalistisches Interesse unterstützt wurde.

Als 1990 neue Vorgaben des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums Neuverhandlungen der Konzessionsverträge mit günstigeren Konzessionsabgaben des regionalen Energieversorgers an die Gemeinde Schönau in Aussicht stellten, öffnete sich die Initiative erneut dahingehend, dass sie den Schönauer Stromnetzkauf anstrebte und erfolgreich Kapitaleinlagen einwarb. Dabei kam es zur Abschwächung vom bis dahin nahezu ideologisch vertretenen Anti-Atom-Argument, um das Netzkaufanliegen mehrheitsfähig zu machen (Raband 1992: 72). Die Öffnung zur Bürgerebene ging also mit der Anpassung organisationaler Ziele einher.

Mit Spenden aus Schönau und auch der restlichen Bundesrepublik wurden Netzkauf-Fonds eingerichtet. Statt auf Angebote von Geschäftsmännern einzugehen, folgte die Initiative dabei der basisdemokratischeren Idee bundesweiter Spendenkampagnen (Janzing 2008: 53ff.): Bürgerpartizipation wurde damit zum Mittel finanzieller und unternehmenspolitischer Unabhängigkeit. Organisational öffnete sich die Initiative damit bundesweit und lud außerdem zu sogenannten Schönauer Stromseminaren ein, die den Austausch zwischen Bürgern, Experten und Politikern zum Thema Netzkauf stärkten. Kombiniert wurden diese Seminare mit einem mittlerweile bundesweit bekannten Kabarettprogramm. Solche Stromseminare sind nach wie vor fester Bestandteil der EWS-Kultur und in der schwarzwälder Kleinstadt Schönau eine Institution mit Dorffestcharakter. Sie zeigen, dass Offenheit nun auch strukturell in der Initiative verankert ist.

Solarcomplex veranstaltete im Jahr 2000 einen thematisch breit angelegten Workshop mit dem Titel ‚Forderung nach der konkreten Utopie‘, um – ähnlich den Stromseminaren der EWS – öffentliches Interesse zu wecken. Solarcomplex begann zunächst Photovoltaikanlagen als Beteiligungsprojekte auf Gebäuden der katholischen Kirche sowie einem Altenstift in Nachbardörfern zu installieren (Interview Jansen 2011). Diese Konzentration auf öffentliche Trägerschaften löste nach Aussagen des frühen Mitstreiters Michael Klinger (2011) in der Region einen Wettbewerb zwischen Gemeinden aus, der laut dem Solarcomplex-Pionier Bene Müller (2011) diffusionsbeschleunigend wirkte. Hansjörg Reichert (2011), der Solarcomplex schon früh unterstützte, zur Einstellung des sozialen Umfeldes in Singen gegenüber erneuerbaren Energien:

„Weil man ist hier zusammen zur Schule gegangen, man kennt sich. Man kennt sich über den Narrenverein, es gibt hier nicht diese ideologischen Kämpfe, das gibt es in so einer Stadt wie Singen halt nicht. Wenn sie thematisch arbeiten und nicht ideologisch arbeiten, dann bekommen sie die Leute auch auf ihre Seite. Es findet ja jetzt niemand schlecht, erneuerbare Energie zu erzeugen.“

Diese Vertrautheit von Seiten der Bevölkerung gegenüber den Pionieren nutzen diese, um Skepsis gegenüber erneuerbaren Energien abzubauen. Unterfüttert wurde dies mit Angeboten wie der  „Erlebnistour Erneuerbare Energie“ und der „Bioenergietour“ (Solarcomplex 2013a), die als Einladungen für alle Interessierten gelten, um in „Berührung“ mit Vorzeigeprojekten kommen zu können.

Zum Vergleich: Die Schönauer Elterngruppe begann 1988 mit einer Stromspar-Charme-Offensive und musste sich ihren Ruf und die Sensibilisierung der der Schönauer Bevölkerung erst erarbeiten, während Solarcomplex ab 2000 bereits auf einer anderen gesellschaftlichen Akzeptanz-Grundlage agierte (vgl. UBA/BMU 2010).

Von Schönau lässt sich auch die BINSE abgrenzen, die wie die Singener Initiative nach Wolfgang Köhler (2011) auf direkte Interaktionen mit der Bevölkerung setzte:

„Ja ich denke mal der Solarlehrpfad, der spielt eine große Rolle. BINSE macht einmal im Jahr auch eine größere Veranstaltung – den Sonnentag der Offenen Tür. Da kommen die Leute halt, da wird gefragt und der Solarlehrpfad, der ist natürlich – als der entstanden ist, das war natürlich etwas Besonderes. Und dann sprechen die Leute natürlich, die mit den erneuerbaren Energien weniger zu tun haben, die sprechen so ein bisschen lächelnd über das Solardorf Berchum.“

Zusätzlich hat die BINSE mit dem „Solartreff“ eine regelmäßige Anlaufstelle für alle ‚von außerhalb‘ kommenden Interessierten geschaffen. Expertendiskussionen, unabhängige Beratung und Aktuelles aus dem Stadtteil und der Stadt finden hier zusammen. Zudem wurde die BürgerEnergieGenossenschaft e.G. gegründet, die BINSE-Solardächer durch das Contracting-Modell ausbaute. Der oben beschriebene Solarlehrpfad, sowie die Beteiligung an Wettbewerben wurde zu einem akzeptierten Markenzeichen des Dorfes, welches sich sonst von der Stadt Hagen eher vernachlässigt fühlte.

Die BINSE entstand auch aus der örtlichen Kirchengemeinde heraus, der sie zwar ‚entwachsen‘, aber immer noch eng verbunden ist, etwa über personelle Überschneidungen und Nutzung deren Räumlichkeiten. Auch bei den anderen untersuchten Initiativen war die Kirche ein bedeutender Kooperationspartner, was etwa mit der Initiierung des ‚Schönauer Schöpfungsfensters‘ bereits 1999 deutlich wird. Gegen den Willen des Denkmalamtes hatte man auf der evangelischen Kirche in Schönau eine weithin sichtbare Bürgersolaranlage2 befestigt. Ingo Braun (2013), ein EWS-Pionier und Mitglied dieser evangelischen Gemeinde zum Charakter des Schöpfungsfensters:

„Es sollte ein Muster sein für andere Kirchengemeinden. In der evangelischen Kirche haben das ja auch dann relativ viele nachgemacht. Also ich habe das nachträglich auch ein bisschen verfolgt. Und insofern hat das ja funktioniert, dass wir da Ideen in die Welt setzen, die auch realisieren und sagen: ‚Guckt man, so kann man das machen.‘ Und da haben auch einige mitgemacht.“

Auch bei Solarcomplex zeigte sich schon früh eine gegenseitige Öffnung der kirchlichen Einrichtungen und der Initiative, denn die „katholische Kirche in Engen stand dem [PV-Projekt] sehr aufgeschlossen gegenüber“, genauso wie die örtliche Diakonieeinrichtung (Interview mit W. Jansen 2011). Alle drei Initiativen haben also früh damit begonnen, eng mit den örtlichen kirchlichen Einrichtungen zusammenzuarbeiten und so neue Gruppen, bzw. Milieus, zu integrieren.

Auffällig bei den untersuchten Initiativen ist zudem, dass alle Wert legen auf eine (partei-) politisch neutrale Außenwahrnehmung, „weil diese Parteipolitik an der Basis eigentlich nichts zu tun hat“, wie der EWS-Pionier Michael Sladek (2011) ausführt. Auch der Solarcomplex-Pionier Reichert (2011) äußert sich ähnlich:

„Wir sind auch auf eine gewisse Weise unideologisch. Wir sind ganz klar in unserem Ziel, da sind wir auch kompromisslos. Aber wir haben uns nie parteipolitisch eingebunden. Wenn sie thematisch arbeiten und nicht ideologisch arbeiten, dann bekommen sie die Leute auch auf ihre Seite.“

Dem schließt sich auch der BINSE-Gründer Helmut Küffner (2011) an: schließlich wolle man „es [sich] auch offen halten, mit allen zu reden.“ Gerade die Pioniere von Nachhaltigkeitsinnovationen sind – nicht zuletzt durch ihre Anknüpfung an die deliberativ-konsensorientierten Ziele der Umweltbewegung – der Nähe zur Partei Die Grünen von außen schnell ‚verdächtig‘. Durch eine frühestmögliche Öffnung zur lokalen Bevölkerung auf den beschriebenen verschiedenen Ebenen und Wegen wollte man solche möglichen sozialen bzw. politischen Grenzen überwinden.

b) Interaktionen: Die Initiativen und die Kommunalpolitik

Ein Erlass des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums befähigte Anfang der 90er Jahre in Baden-Württemberg Kommunen bei Neuverträgen mit ihren Stromversorgern höhere Konzessionsabgaben auszuhandeln (Graichen 2003: 15). Darin erkannte die Schönauer Elterngruppe, die mit Stromsparwettbewerben ihr bisheriges Scheitern kompensierte, ein neues Gelegenheitsfenster, da ein Neuvertrag mit dem alten Anbieter aufgrund seiner Laufzeit die Gestaltungsmöglichkeiten 20 Jahre eingeschränkt hätte. Um Stromtarife ökologisch gestalten zu können, setzte sich die Schönauer Initiative den Rückkauf und Betrieb des Schönauer Stromnetzes als gemeinsames Ziel. Dieses Anliegen vertrat die Gruppe alsbald mit der Freien Wähler Vereinigung auf der kommunalpolitischen Ebene (Interview Ingo Braun 2013). Eine Ortsgruppe der Partei Die Grünen gab es damals nicht im Schönauer Stadtrat, aber die Freien Wähler warben um Michael Sladek, der sich schließlich auf deren Liste in den Stadtrat wählen ließ. Der Schritt in die Kommunalpolitik genügte allerdings nicht, daher vollzog man auch einen Wandel in der Außenkommunikation der Schönauer Initiative (M. Sladek 1991, zitiert nach Raband 1992: 72). Laut Michael Sladek lag nämlich die Besonderheit des Netzkaufvorhabens in der Möglichkeit, gemeinsam einer Zukunftsfrage konkret vor Ort zu begegnen, ohne dem starken Anti-Atom-Ziel der EfaZ zustimmen zu müssen. Diese politische Schwerpunktverlagerung in der Argumentation führte zur Öffnung der Schönauer Bürger für das Netzkaufvorhaben. Auf diese Öffnung folgten zwei Bürgerentscheide, der erste 1991 und der zweite 1996. Beiden gingen intensiv geführte Wahlkämpfe voraus (vgl. auch Janzing 2008: 33ff.). Der damalige Bürgermeister Bernd Seger (2011), der beide Bürgerentscheide als einziger ‚neutraler‘ Entscheidungsträger im Stadtrat miterlebt hat, nennt diese Ereignisse bis heute als „sehr wesentlich“ für die Geschichte der EWS. Der Rückgriff auf diese Partizipationsmöglichkeit bot letztlich in gleich zwei Wahlkämpfen die Chance, neben Stimmen für das eigene Anliegen, auch Befürworter, Mitstreiter und Investoren für die Zeit nach den Entscheiden zu gewinnen.

Ihr in den folgenden Jahren erweitertes Engagement im Bereich des kommunalen Netzrückkaufs verstehen die EWS als eigene Firmenpolitik, schließlich verfolgt man immer noch das Ziel einer dezentralen Energieversorgung. Die vielen Anfragen von Gemeinden an die EWS, die entweder ihre Konzession mit dem Unternehmen verhandeln wollen oder in Kooperation mit den Schönauern ein eigenes Stadtwerk gründen wollen – wie beispielsweise die Gemeinde Titisee-Neustadt oder Stuttgart – zeugen von einer kommunalpolitischen Öffnung gegenüber den EWS-Zielen.

Bei der BINSE und Solarcomplex blieben solche kommunalpolitischen Nachahmer aus, da sich beide Initiativen auf den Ausbau des Portfolios konzentrieren, was weniger kommunalpolitische Sprengkraft in sich birgt als ein kommunaler Stromnetzrückkauf. Eine Ausnahme bilden selbstverständlich die zahlreichen Bioenergiedörfer, die Solarcomplex (2013b) seit 2006 in der Region westlicher Bodenseekreis installierte. Gerade das erste Bioenergiedorf Mauenheim verlangte nach intensiver politischer Überzeugungsarbeit, wobei man sich direkt an die politischen Entscheidungsträger wandte. Ein früher Mitstreiter (Dürr-Pucher 2011) führt aus, dass Solarcomplex mit solchen Projekten „auch in Baden-Württemberg ein Vorzeigeprojekt“ wurde und dass „jeder Minister, Landwirtschaftsminister, Umweltminister, Forschungsminister“ nach Mauenheim kam und Solarcomplex „alle Preise abgeräumt“ hat. Mittlerweile sind Solarcomplex wichtige Partner im Bereich der kommunalpolitischen Energieversorgung, wie der Zusammenschluss von kommunalen Akteuren – unter anderem mit acht Stadtwerken der Region – in der Interessengemeinschaft Hegauwind (2013) verdeutlicht. Mit welchem Selbstverständnis Kommunen mit Solarcomplex mittlerweile kooperieren, verrät der Geschäftsführer der Stadtwerke Singen, Markus Schwarz (2013): „Solarcomplex ist ein Singener Unternehmen, ist ein Bürgerunternehmen, aber es ist natürlich ein Singener Unternehmen. Von daher sind wir auch, ich sag jetzt mal, geborener Partner der Solarcomplex-Idee.“ Der Solarcomplex-Pionier Hansjörg Reichert (2011) fasst das zusammen:

„Also Solarcomplex, und das ist vielleicht auch das Besondere, dass es ja – obwohl es ja eigentlich ein Wirtschaftsunternehmen am Markt ist, was mit anderen konkurriert – als Meinungsführer auch von der konservativen Politik akzeptiert ist. Wenn irgendeine Gemeinde sich im Bereich der Erneuerbaren engagieren will, dann ist es eigentlich fast Standard, dass Solarcomplex da beratend eingeschaltet wird, zumindest einmal auf eine Podiumsdiskussion eingeladen wird. Letztlich führt es aber auch dazu, dass wir so ein Stück weit als neutraler Marktteilnehmer oder als Verbündeter der Kommunen wahrgenommen werden, gegen die Großen.“

Ferner formuliert es Dürr-Pucher folgendermaßen (2011):

„Wie kriegt man es hin, dass die Gegner sich zumindest nicht mehr trauen? Die werden keine Befürworter, aber wenn der Landtagsabgeordnete und der Bundestagsabgeordnete mal dafür sind, dann tut sich der Bürgermeister mit der gleichen Farbe schwer, dagegen zu kämpfen.“

Dieser strategische Einbeziehung der etablierten Solarcomplex-Experten durch die Lokalpolitik im Bodenseeraum, die Reichert beschreibt, steht der strategische Umgang mit verbleibenden politischen ‚Gegnern‘ gegenüber. Dürr-Pucher beschreibt hier, dass man hier auf den Faktor Prominenz und ein gewisses Machtgefälle in der Vernetzung mit höherrangigen Entscheidungsträgern setzt.

Wie Solarcomplex (Interview Dürr-Pucher 2011) knüpfte auch die BINSE an die städtisch institutionalisierte Öko-Bewegung des Agenda21-Prozesses3 an. Über diese neu geknüpften Netzwerkkontakte ergaben sich neue Unterstützer aus der kommunalen Verwaltung und Politik:

„Dann haben die sich natürlich alle kennengelernt, die in der lokalen Agenda gearbeitet haben. Und wir haben natürlich auch alle Leute kennengelernt aus der Verwaltung. Das komplette Umweltamt und so weiter und so weiter, den ersten Beigeordneten, den Umweltdezernenten von der Stadt Hagen, die alle sehr offen gewesen sind für unsere Anliegen.“ (Interview Köhler 2011)

Küffner (2011) verdeutlicht, dass der Berchumer Solarlehrpfad, dessen Genehmigung von der lokalen Baubehörde lange ausstand, vom Leiter des Umweltausschusses – einem Mitglied der CDU –  schließlich durchgesetzt wurde, die BINSE also bereits früh auch aus dem konservativen Lager kommunalpolitischen Zuspruch genoss. Küffner (ebd.) ferner: „Ja, die CDU baggert jetzt ganz stark.“ Und (ebd.): „Die CDU lädt uns ein und wir sollen Vorträge machen und CDU-Mitglieder spenden auch.“ Diese Öffnung war offenbar nicht immer selbstverständlich: „Also die meisten, im Grunde genommen in Hagen, Verwaltung, Politiker und so, waren im Grunde genommen dagegen. Heute, jetzt heute ist es also ganz anders.“ (Ebd.) Die BINSE wird mittlerweile von der Stadt Hagen als Vorzeigeprojekt bei Nachhaltigkeits-Städtewettbewerben herangezogen (z.B. Solarbundesliga-Teilnahme).

Dem Etablierungsprozess aller drei untersuchten Initiativen liegt also eine Öffnung zur und eine Öffnung von Seiten der kommunalpolitischen Ebene zugrunde.

4 Zusammenfassung

Schon in der Umweltbewegung galten Selbstorganisation, Solidarität, dezentrale Organisationsformen, basisdemokratische und partizipative Beteiligungsverfahren sowie ein „Höchstmaß an Selbstbestimmung“ als handlungsleitende Prinzipien (vgl. Mautz et al 2008: 36). Diese Ideale sind in Bezug auf ‚grüne‘ Bürgerinitiativen also nicht neu. Die oben beschriebene Offenheit, mit denen die drei Initiativen agieren, lässt sich aufgrund der empirischen Ergebnisse allerdings genauer charakterisieren und letztlich für die Transformationsdebatte fruchtbar machen. Hier wird zu einem tieferen Verständnis von Governance-Prozessen beigetragen, die Van den Bergh et al (2011: 13) als “socio-technical change by means of deliberation, probing (explorative scenarios), experimentation and learning“ beschreiben. Die Initiativen sind nach außen betont offen, indem sie ihre Ideologiefreiheit, sowie ihre parteipolitische Neutralität kommunizieren – trotz ihrer dezidiert gesellschaftspolitischen Ziele. Sie streben aktiv danach, in neue Gruppen und Milieus vorzustoßen, die nicht zu den bereits umweltaffinen Milieus gehören (hier etwa das „konservative Lager“). Als stellvertretende Beispiele können Kooperationen mit Ortskirchen genannt werden, die die drei untersuchten Initiativen eingingen. Solche Kooperationen dienten den Initiativen, weitere soziale Räume in ihrem direkten Umfeld mit ihren Themen zu besetzen und durch die Zusammenarbeit mit gesellschaftlich bereits etablierten Akteuren zu legitimieren. Die dargestellte Offenheit von Seiten der Initiativen, aber auch ihres sozio-politischen Umfeldes soll den Blick auf die Kritiker und ‚Gegner‘ in diesem Umfeld nicht verstellen. Im Umgang mit solchen Hindernissen wurde sich strategisch auf das ‚Offenheits-Paradigma‘ bezogen, um Gegner zu ‚umarmen‘. Zudem bedienten sich die Initiativen anderer Akteure ihres Netzwerks, wie etwa bereits etablierten Umweltgruppen oder Technikexperten, die ihnen „Starthilfe“ gaben.

Die Analyse hat verdeutlicht, dass die Initiativen nicht gegen ihr sozio-kulturelles und institutionelles Umfeld agieren. Wohl aber durch ihre politischen Ziele gegen das übergeordnete Energiesystem, das von Oligopolen dominiert wird. Diese stehen einer dezentralen Energieversorgung entgegen. Die Initiativen versuchen über unterschiedliche Kanäle und auf verschiedenen Ebenen Bürger mit einzubeziehen und sind flexibel in der Wahl ihrer Mittel und Kooperationen. Offenheit ist in diesem Prozess auch vom sozio-kulturellen und institutionellen Umfeld gegenüber den Initiativen zu erkennen, es handelt sich also um eine Interaktion mit dem Umfeld. Ähnlich wie bei Partizipationsinstrumenten im politischen Prozess sehen Newig et al. (2011) darin einen Legitimationsgewinn für die Initiativen, der idealerweise auch zu höherer Effektivität führen soll. Die qualitative Analyse der innovationsspezifischen Charakteristik der Offenheit verdeutlicht einen von allen untersuchten Initiativen stets betonten modus operandi des ‚offenen Regierens‘: Indem die Initiativen offen sind, in und mit lokalen Politikstrukturen (inter-)agieren, sind sie in besonderem Maße responsiv und können den Diffusionsprozess dirigieren, was sie zu potenten Partnern in Governanceprozessen macht. Im Sinne solch einer „Demokratisierung der Innovation“ (von Hippel 2005) agieren die Initiativen also nicht gegen die vorhandenen Strukturen, sondern zunehmend mit ihnen.

Zusammenarbeit und Kooperationen bedingt durch die beschriebene Offenheit ist ein wesentliches Charakteristikum der untersuchten Initiativen – und das von Beginn an. Neue, horizontal verlaufende Governance-Formen weichen die angenommene Konfliktlinie von Anfang an auf. Es könnte sein, dass der Befund der Transformationsforschung, dass sich Konfliktlinien bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsinnovationen fortsetzen, daher rührt, dass die Transformationsforschung bereits bestehende Konfliktlinien gar nicht in den Blick nimmt und davon ausgeht, dass diese erst entstehen, wenn Kooperationen mit den entsprechenden Ebenen nötig werden.

Zusammenfassend lassen sich also zwei zentrale Aussagen zu der Analyse machen:

  1. Die Offenheit bzw. Demokratisierung der Nachhaltigkeitsinnovationen zwingt  gesellschaftspolitische Strukturen in neue Governance-Formen und ebenfalls zu Öffnung und Demokratisierung. Kooperations- und Vorzeigeprojekte wie das Schönauer Schöpfungsfenster oder das Bioenergiedorf Mauenheim sind somit Ergebnisse dieses ‚neuen‘ Handelns.
  2. Die von der Transformationsforschung beschriebenen Konflikte zwischen Nischen und Regime(n) sind zwar durchaus vorhanden, sind aber neben vielen Kooperationen und beidseitigen Öffnungen eben nur ein Bestandteil und nicht – wie in der Transformationsforschung  beschrieben – bestimmend im Etablierungs- und Diffusionsprozess der Innovation.

Literatur

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  • Sabrow, M. (2011): „Tschernobyl“ als historische Zäsur. Key Note Lecture zur Konferenz „After Chernobyl“ am 7. April 2011, Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), Potsdam.
  • Solarcomplex (2013a): Erlebnistour erneuerbare Energien, http://www.erlebnistour-erneuerbare-energien.de/, abgerufen am 23.01.2014.
  • Solarcomplex (2013b): Bioenergiedörfer, http://www.solarcomplex.de/info/referenzen/bioenergiedoerfer.php, abgerufen am 23.01.2014.

Zitationshinweis

David, Martin /  Schönborn, Sophia (2014): Offenheit, Beteiligung und Kooperation: ‚Governance statt Konflikt‘ bei der Etablierung von Nachhaltigkeitsinnovationen. Erschienen in: Regierungsforschung.de, Politikmanagement & Politikberatung. Online verfügbar unter: http://www.regierungsforschung.de/dx/public/article.html?id=255

Fußnoten / Endnoten

  1. Die Analyse in diesem Paper gründet sich auf Einzel- bzw. Gruppeninterviews mit Pionieren, frühen Mitstreitern und Experten, deren Anzahl sich auf 39 Interviews mit insgesamt 45 Personen beläuft. []
  2. Die Anlage ist zweigeteilt: Ein Teil ist finanziert über (Bürger-)Anteile (hier bot die örtliche Sparkasse Kredite an, die zudem das Vertrauen in das Vorhaben förderten), der andere ist spendenfinanziert. []
  3. Die lokalen Agenda21-Foren stellten die Übersetzung der Nachhaltigkeitsziele der Rio-Konferenz (1992) auf lokapolitischer Ebene in Deutschland dar. []
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