Landtagswahl 2017 in Nordrhein-Westfalen

Am 14. Mai wählt Nordrhein-Westfalen als letztes Bundesland im Wahljahr 2017 – nach dem Saarland und Schleswig-Holstein – seinen Landtag und bildet damit für die Parteien die letzte Möglichkeit, die Weichen für die Bundestagswahl im Herbst zu stellen. Als bevölkerungsreichstes Bundesland und mit 22 % der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik, gilt die Wahl in NRW als wegweisend für die Bundestagswahl.

Während Hannelore Kraft als Spitzenkandidatin der SPD und zentrale Figur in der nordrhein-westfälischen Landespolitik eine weitere Amtszeit anstrebt, wird CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet versuchen, seine Partei aus dem historischen Wahltief der letzten Wahl herauszuholen. Doch auch die FDP mit Spitzenkandidat Christian Lindner will sich politisch wieder etablieren und die Alternative für Deutschland (AfD) könnte aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis erzielen und damit in den elften Landtag einziehen. Die Piratenpartei mit ihrem Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Michele Marsching kämpft nach 7,8 % der letzten Landtagswahl gegen sinkende Mitgliederzahlen und Sylvia Löhrmann hofft mit den Grünen auf eine weitere Regierungsbeteiligung.

Die Vielfältigkeit Nordrhein-Westfalens und dessen besondere Strukturmerkmale macht es zu einem idealen Untersuchungsgegenstand für die Politikwissenschaft. Vor, während und nach der Landtagswahl bieten wir Ihnen auf dieser Schwerpunktseite eine zeitnahe wissenschaftliche Reflektion der Ereignisse durch Experten aus Wissenschaft und Praxis.

Würselen ist überall: Schulz stärkt die NRW-SPD

Während Kanzlerkandidat Martin Schulz in Nordrhein-Westfalen mit der Zweitstimme direkt wählbar ist und die Landesliste der SPD anführt, ist Kanzlerin Angela Merkel in Mecklenburg-Vorpommern auf Platz eins der Landesliste. Die Gestaltung des Wahlzettels spielt vor allem bei „Layout-Wählern“ eine Rolle und sorgt so für einen ein Platz-Vorteil für die SPD in NRW. Welchen Einfluss Martin Schulz auf die NRW-SPD in der Landtagswahl hat und was ihn als Kanzlerkandidaten ausmacht, legt Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte in seinem Essay dar.