It’s the education, stupid! Warum die SPD die Landtagswahl in NRW gegen die CDU verloren hat

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 liegt noch nicht lange zurück. CDU und FDP befinden sich in Koalitionsverhandlungen und die SPD ist noch dabei, das Ergebnis vom 14. Mai zu verdauen. Die alte „Weisheit“ – „die Opposition gewinnt keine Wahlen, die Regierung verliert sie“ – trifft im Fall der Landtagswahl in NRW 2017 scheinbar nur allzu deutlich zu. 

Warum die SPD gegen die CDU verloren hat und welche Rolle die Spitzenkandidaten Hannelore Kraft und Armin Laschet dabei gespielt haben, haben Prof. Dr. Andreas Blätte, Prof. Dr. Susanne Pickel und Dr. Toralf Stark analysiert. (mehr …)

Das TV-Duell zur NRW Landtagswahl 2017: Zum Einfluss auf Themenpräferenzen und parteiinterne Mobilisierung

Das TV-Duell verändert (landespolitische) Themenpräferenzen der Wählerinnen und Wähler! Dies ist eines der ersten Ergebnisse aus der Studie zu „TV-Debatten im Wahlkampf“ anlässlich der NRW Landtagswahl 2017. Sowohl die direkten Reaktionen von 61 Rezipienten in Vorher-Nachher-Befragungen am Abend des TV-Duells, als auch die Daten aus ermittelnden Gruppendiskussionen am Folgetag, erhärten diesen Befund.

Welche Eindrücke das TV-Duell zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet noch hinterlassen hat, haben Jan Dinter und Dr. Kristina Weissenbach in einem Essay zusammengefasst. (mehr …)

Kommunale Koalitionen in Nordrhein-Westfalen

Kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai sind die Koalitionsspiele eröffnet. Durch Verschiebungen im Parteiensystem fehlen den klassischen Koalitionskonstellationen die Mehrheiten. Die zurückliegenden Landtagswahlen haben bereits gezeigt, was für Koalitionsexperimente sich daraus ergeben. 

Laut Jakob Kemper und Dr. Niko Switek sind die Parteien vor dem Hintergrund dieser neuen Unübersichtlichkeit für den Wähler keine große Hilfe in NRW. Anfangs reagierten sie auf die Verschiebungen im Parteiensystem mit einem Kurs der Eigenständigkeit. Erst nach der Wahl wird mit dem vorliegenden Ergebnis nach einer Koalition der größten Schnittmenge gesucht. Doch mit dem Näherrücken des Wahltags steigt die Nervosität und zunehmend werden Ausschlüsse vorgenommen, von denen man sich eine mobilisierende Wirkung auf die Wähler erhofft. Damit wird es wiederum in der Wahlkabine noch schwieriger, eine Wahlentscheidung zu treffen. (mehr …)

Die CDU Nordrhein-Westfalen vor der Landtagswahl: Armin Laschet als der ungeliebte Kandidat? Chancen und Perspektiven

Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat eine Zeit der politischen Niederlagen hinter sich. Der Trend der politischen Niederlagen der CDU in Nordrhein-Westfalen könnte sich mit der Landtagswahl am 14. Mai auch 2017 fortsetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird der CDU ein ähnliches Ergebnis vorhergesagt wie bereits im Wahljahr 2012 – damals schon eine politische Zäsur und das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten.

In diesem Beitrag von Lucas Constantin Wurthmann werden zunächst historische Gegebenheiten der CDU Nordrhein-Westfalen und Entwicklungen der vergangenen Jahre betrachtet bevor dann schwerpunktmäßig auf die Rolle des Spitzenkandidaten Armin Laschet eingegangen wird. Insbesondere seine Bedeutung für Partei und Bevölkerung wird im Vergleich zu seinen Konkurrenten Christian Lindner (FDP) und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft  (SPD) betrachtet. Abschließend wird analysiert, welche Entwicklungen der CDU in NRW im Falle einer möglichen Wahlniederlage bevorstehen.     (mehr …)

Koalitions-Lotterie in Düsseldorf

Wähler entscheiden nicht über die Zusammensetzung der kommenden Landesregierung in Düsseldorf. Diese Wahl treffen alleine die Parteien. Je koalitionsoffener sie vor und nach dem Wahltag agieren, desto wahrscheinlicher tragen sie die neue Regierung. Die Konstellationen für mögliche Koalitionen sind komplizierter geworden, da jenseits der Großen Koalition entlang der tradierten parteipolitischen Lager keine Bündnisse kalkulierbar mehrheitsfähig sind.

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte wirft im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen einen Blick auf die möglichen Koalitionsmodelle in Düsseldorf. Eins steht jedoch fest: Die Wähler selbst spielen bei allen Modellen einer zukünftigen Regierung nur eine marginale Rolle. Aber das ist der Preis, wenn der Parteienwettbewerb bunter, vielgestaltiger, mobiler und koalitionsoffener geworden ist.

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Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft – Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne

Wir sind auf dem Weg in die Abstiegsgesellschaft. Eine Gesellschaft der wachsenden Einkommensungleichheit und prekären Beschäftigungsverhältnisse. Konkret: Unbezahlte Überstunden, sinkende Bruttolöhne, atypische Arbeit – immer öfter Leih- und Zeitarbeit. Für diejenigen, die nicht privat vorsorgen (können), wird Sicherheit im Alter zunehmend unwahrscheinlich. Die „Zauberformel“ westlicher Industriestaaten – der soziale Aufstieg – geht für viele nicht mehr auf. Aufstieg weicht Stagnation, mithin gar dem Abstieg – ablesbar an Einkommen, Jobsicherheit oder Arbeitsstunden.

 Das ist die von Oliver Nachtwey in seinem Werk „Die Abstiegsgesellschaft – Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne“ vorgetragene Hauptthese. Nachtweys Ausführungen sind laut Dr. Gordian Ezazi instruktiv, schnörkellos formuliert und werden anhand von Beispielen und Darstellungen illustriert. Es fehlt allerdings mithin an empirischen Belegen, was die Argumentation zwar nicht schwächt, aber unnötig verengt.

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Gentechnik – Nein! Gen-Mais – Ja? Das Dilemma der SPD im Fall der Maislinie 1507


„Das wollen wir nicht“, bekräftigte Sigmar Gabriel, SPD Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister, die ablehnende Haltung seiner Partei am 26. Januar 2014 auf dem außerordentlichen Bundesparteitag in Berlin.


Gemeint war damit die Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln sowie auf deutschen Äckern. Später am selben Abend nahmen die SPD-Delegierten den Antrag zur Ablehnung der Zulassung von gentechnisch verändertem Mais einstimmig an. Wenige Tage zuvor hatte sich bereits das Wirtschaftsministerium unter Sigmar Gabriels Führung öffentlich klar gegen die Zulassung der gentechnisch veränderten Maislinie 1507 ausgesprochen, die sich als insekten- und herbizidresistenter Mais charakterisieren lässt.

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Echo-Demoskopie als strategisches Instrument der Wahlkampfführung

Wahlkämpfe lohnen sich wieder! Aufholjagden mobilisieren Partei-Mitglieder und Wähler. Abstiegs-Szenarien fördern Angst und Miss-Mut. Wählerische Wähler kann man nur noch punktuell binden.  Große Distanzen zur CDU minimierte Malu Dreyer im Mainzer Landtagswahlkampf 2016 und verwandelte den Zweikampf im Foto-Finish zum Sieg. 

Auch Anke Rehlinger (SPD) nutzte zuletzt im Saarland den „Schulz-Schub“, um die Umfrage-Werte für die  SPD deutlich zu verbessern.  Auch  Hannelore Kraft (SPD)  sitzt im „Schulz-Zug“ und freut sich über ansteigende Zustimmungswerte. Die Grundmelodie, den Sound der Zahlen, setzen – bis zur Schließung der Wahllokale – die Demoskopen. In seinem neuesten Essay hat sich Karl-Rudolf Korte mit dem Stellenwert von Demoskopie auseinandergesetzt.  Und die irren, wie selten zuvor.  (mehr …)

Themen-Bilanz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Die Themenkonjunkturen des Landtags in der 16. Legislaturperiode

Hartnäckige Aufreger- und Skandal-Themen dominieren die Wahrnehmung über die Themenkonjunktur einer Legislatur. Die alltäglichen Themen eines Parlaments fallen schnell unter den Tisch. Gerne werden zum Ende von Legislaturperioden Policy-Bilanzen gezogen, die sich allein an den Policy-Outputs – sprich: den verabschiedeten Gesetzen und erreichten Zielen der Regierung – messen. Die Outputs aus Legislaturperioden verkommen somit sehr schnell zu alleinigen Regierungs-Bilanzen, mit denen sich gut Wahlkampf machen lässt. Doch diese Art von Policy-Bilanzen blenden leicht aus, welche Diskurse, welche Themenjunkturen und welche Policy-Schwerpunkte eine Legislaturperiode in der Breite geprägt haben. Der parlamentarische Diskurs bildet sich nicht in Policy-Bilanzen von Regierungen ab.

Die Kurzanalyse von Karina Hohl beabsichtigt daher, eine analytische und von skandalträchtigen Themen unbeeindruckte Perspektive auf die Themen des 16. Landtags in Nordrhein-Westfalen einzunehmen, um auf diese Weise die Themenkonjunkturen der 16. Legislaturperiode bewerten zu können. (mehr …)

Die AfD mobilisiert NichtwählerInnen: Mediale Übertreibung oder begründete Vorahnung?

Die AfD mobilisiert NichtwählerInnen! Das war das Fazit, welches zahlreiche politische Beobachter nach den Landtagswahlen im Jahr 2016 zogen. Mit dem Anstieg der Wahlbeteiligung konnte auch die AfD zum Teil erdrutschartige Erfolge einfahren und schaffte mit über zehn Prozent in allen fünf Landtagswahlen 2016 den Sprung in die Länderparlamente. Viele Experten aus Medien und Politik setzten diese zwei Beobachtungen in direkten Zusammenhang zueinander und analysierten, dass die AfD mitentscheidend für den Anstieg der Wahlbeteiligung gewesen sei und die Partei zunehmend vormalige NichtwählerInnen zurück in die Wahlkabinen brachte.

Dieser Beitrag von Stefan Haußner beschäftigt sich mit der genaueren Untersuchung des Zusammenhangs zwischen AfD-Erfolg und Wahlbeteiligung und versucht, dieser Vermutung der Wahlkommentatoren auf den Grund zu gehen. Sind AfD-WählerInnen immer vormalige NichtwählerInnen? Steigt die Wahlbeteiligung aufgrund des Erfolgs dieser neuen Partei? Und welche Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen für die anstehende Bundestagswahl ziehen? (mehr …)